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Der Gustavschacht


Rosselschacht am 7.12.1905. Feier zum Durchschlag zwischen Rossel- und Ostschacht.

Eigentlich sind es ja zwei. Gustavschacht I und Gustavschacht II. Die Geschichte der Gustavschächte beginnt in Geislautern. Die geschichtsträchtige Grube Geislautern befand sich am Rotweg, auf dem Gelände steht heute das Warndtgymnasium. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren die noch abbaubaren Kohlenvorräte der Grube Geislautern weitgehend erschöpft. Versuchsbohrungen fanden schließlich reichhaltige Kohleflöze im Rosseltal.

Grube Velsen 1920. Links Schacht Gustav I, rechts Gustav II

Aus dem Versuchsschacht II bei Kleinrosseln wurde schließlich der Rosselschacht, abgeteuft 1899 und damit liegt auch der Start der Grube Velsen fest. Zunächst in Holzgerüstbauweise erstellt, wurde dann 1906 ein Eisenstrebengerüst aufgestellt. Es gab ein Haupt- und ein Nebentrum, dadurch erklärt sich auch die etas seltsame Form des Schachtgerüsts - die Fördermaschine für das Nebentrum stand im rechten Winkel zur Maschine im Haupttrum.

Im Jahre 1907 schließlich wurde die Grube zu Ehren des Oberberghauptmannes Gustav von Velsen in "Gruben Velsen" umgetauft, aus dem Rosselschacht wurde der Gustavschacht (später Gustavschacht I).


Seine Endteufe erreichte er in den Jahren 1937-1939, als man ihn bis zur 5. Sohle auf einer Teufe von 843m tiefer teufte. Glimpflich verlief ein Seilriss im Hilfstrum während der Materialförderung im Jahre 1914. Im Jahr 1958 wurde der Schacht auf Gefäßförderung umgebaut, d.h. es gab keinen Förderkorb mit Loren mehr sondern ein großes "Skip"-Gefäß, daß unter Tage mit Kohlen gefüllt wurde und über Tage ausgeleert. Dadurch ließ sich die Kapazität deutlich erhöhen. 1978 schließlich wurde dieser Schacht verfüllt und kurz darauf das Gerüst abgebrochen.



1958: Umbau Gustav I auf Gefäßförderung

Die Grube war von Beginn an als Zweischacht-Grube geplant worden und so begann man im Jahre 1913 mit der Abteufung des Annaschachtes (nach der verstorbenen Ehefrau Gustav von Velsens), der ab 1920 Gustavschacht II heißen sollte. Er wurde mit zwei gleich großen Trummen errichtet, dazu ein passendes Doppel-Fördermaschinenhaus mit zwei Dampfmaschinen. Das eiserne Strebengerüst war 1917 fertiggestellt. Seit diesem Zeitpunkt war der Gustavschacht ununterbrochen - erst bis zur Einstellung der Kohlenförderung in Velsen im Jahre 1965 - dann weiter als Seilfahrts-, Material- und Wetterschacht der Grube Warndt bis ins Jahr 2005 in Betrieb. Viele der Begleiter des Erlebnisbergwerks sind in ihrer aktiven Zeit täglich im Gustavschacht ein- und ausgefahren.


Schacht Gustav II und Fördermaschinenhaus

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